Wo bleibt die Hotline der Grünen?

Jetzt ist es also so weit. Die Welt berichtete ausführlich über den “alltäglichen Missbrauch in einer grünen Kommune”. Zwei mutige Männer erzählen wie es war, als Kind und Jugendlicher von grünen Spitzenfunktionären beäugt, begrapscht und sexuell bedrängt zu werden. Explizit. Detailliert. Klar.

Damit ist klar: In den Reihen der Grünen wurde Pädokriminalität nicht nur verharmlost, propagiert und gerechtfertigt. Es fanden sich zuhauf bekennende Pädophile in der Partei und den parteinahen Gliederungen und Kommunen. Und gab es auch Täter. Wie viele es sind, können wir bislang nur erahnen. All das wurde lange verdrängt.

Viel Zeit vertan

Die Grünen hatten viele Jahre Zeit, sich ihrer Geschichte zu stellen. Zuletzt hatten sie bei den nie enden wollenden Diskussionen um Daniel Cohn-Bendit Gelegenheit, ernsthaft aufzuklären. Sie hätten voranschreiten und zeigen können, wie man sich einer schwierigen Vergangenheit stellt und daraus lernt. Sie hatten die Chance, das Leid der Betroffenen anzuerkennen, sie respektvoll zu integrieren in die Gemeinschaft und vor allem die gemeinsame Geschichte, die die Täter um sie alle woben.

Das aber haben die Grünen versäumt. Sie haben stets alle Verantwortung von sich gewiesen: All das sei lange her. Man müsse auch den damaligen Zeitgeist berücksichtigen. Die Vorwürfe seien doch nur billiger Wahlkampf.

Bei den anderen sind sie immer viel strenger. Dort fordern sie empört Aufklärung, vor allem bei der Kirche und in den kirchlichen Internaten. Doch selber sind sie nur unter größtem Druck bereit, ein Institut mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Vergangenheit zu beauftragen. Der Auftrag geht, herrlich abstrakt gefasst, an einen nahestehenden Politikwissenschaftler und Parteienforscher, der bei Missbrauchsaufklärung keinerlei Expertise vorweisen kann. Das Ergebnis liefert er Ende 2014.

Aufklärung nur auf Papier?

Was bedeutet das eigentlich genau, eine wissenschaftliche Aufarbeitung? Mit wem wird der Parteienforscher sprechen? Oder wird es vielleicht nur ein Aktenstudium des „Grünen Gedächtnisses“ werden?

Bei all dem geht es um reale Verletzungen an Leib und Seele.

Pädokriminelle hatten von den 1970er bis in die 1980er Jahre bei den Grünen – eingebettet in die sexuelle Revolution – einen hervorragenden Nährboden für ihre missbrauchenden Aktivitäten. Geschützt durch den Willen zur absoluten, alle Regeln brechenden Offenheit etwa der grünen AG „Schwule&Päderasten“ oder den stets geduldeten pädokriminellen Stadtindianern. Wo so viel rechtfertigende Ideologie herrschte und laut die Abschaffung des Paragraphen 176 StGB gefordert wurde, müssen wir davon ausgehen, dass auch viele Mädchen und Jungen missbraucht wurden. Ganz offen und selbstverständlich. Für alle sichtbar. Die meisten haben weggeschaut oder es verteidigend analysiert. Einen Aufstand gab es jedoch nicht.

Wo also bleibt der öffentliche Aufruf an Betroffene aus den grünen Reihen sich zu melden? Wo das Signal an die Opfer – wir hören zu, bitte meldet Euch!?

Eine Hotline muss her

Es reicht längst nicht mehr, seiner Bestürzung Ausdruck verleihen. Den vielen Worten müssen endlich Taten folgen.

Es ist höchste Zeit für eine Hotline. Besetzt mit Expertinnen und Experten, die den Betroffenen wirklich Gehör schenken.

Es muss das gesamte Ausmaß der pädokriminellen Taten aufgeklärt werden. Und es müssen  alle begünstigenden Faktoren im grünen Milieu ans Licht gebracht werden. Genauso tabu- und schonungslos, wie man noch vor 30 Jahren bei den Grünen „Sex mit Kindern“ propagierte und gesetzlich erlauben wollte.

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